Musiktherapie I Atemtherapie

Was kann ich mir unter Musiktherapie I Atemtherapie eigentlich vorstellen?

Musiktherapie

Musiktherapie wird gezielt eingesetzt um sowohl die psychische als auch die körperliche Gesundheit zu erhalten (wie in meinem Ansatz) oder wieder herzustellen. Es gibt verschiedene im Wesentlichen psychotherapeutische Konzeptionen. Ich selbst habe eine tiefenpsychologisch orientierte Ausbildung und bin systemisch-lösungsorientierte Beraterin.

Im Rahmen der therapeutischen Beziehung wird neben anderen Methoden vor allem mit der Musik gearbeitet.
Das heißt, in der aktiven Musiktherapie wird gemeinsam auf verschiedenen Instrumenten experimentiert, gespielt, sich ausprobiert. Die Instrumente sind vielfältig und leicht zu spielen. Dafür sind keine musikalischen Kenntnisse oder Fähigkeiten erforderlich. So kommst du ins Erleben, ins Spüren, kannst neue Verhaltensweisen in geschütztem Rahmen erfahren, dich ohne Worte ausdrücken und in Beziehung treten. 
Bei der rezeptiven Musiktherapie geht es um das Lauschen von Musik, von Klängen. Das Aufnehmen der Schwingungen, wortwörtlich am eigenen Leib erfahren. Die Musik kann Erinnerungen und Assoziationen wachrufen. Über die entstandenen Gefühle, Körper-wahrnehmungen und bildhaften Vorstellungen wird im weiteren therapeutischen Prozess gesprochen. 


Die Musiktherapie ist eine wissenschaftlich denkende und handelnde Therapieform. Sie wird in etlichen medizinischen Leitlinien erwähnt und hat sich unter anderem in psychiatrischen oder psychosomatischen Kliniken, aber auch in der Schmerztherapie, der neurologischen Reha oder der Behandlung von Demenz oder Autismus-Spektrum-Störungen etabliert.  Leider ist die Musiktherapie trotz bestehender Evidenz noch immer auf der Liste der nicht verordnungsfähigen Heilmittel. Das heißt, die Kosten für eine musiktherapeutische Behandlung werden leider (noch) nicht von den deutschen Krankenkassen übernommen. 

Atemtherapie

Bei der Atemtherapie als neurophysiologisches Verfahren geht es - in Abgrenzung zur Atemtechnik - in erster Linie darum, die Atembewegung zu erfahren. Sie wertfrei wahrzunehmen und geschehen zu lassen. Das bewusste Erleben wirkt positiv auf die Atemfunktion, korrigierende und das gesamte Neurovegetativum regulierende Erfahrungen sind möglich.
Es gibt neben der Atembehandlung im Einzelsetting noch die Übung des Atems in der Gruppe, wie ich sie vor allem in meinem Kurs "Zeit für mich" anbiete (natürlich können atemtherapeutische Methoden auch in meine anderen Angebote einfließen) an. Hier kann der Atem auch eine Form bekommen, z.B. als Klang, Tönen, Bewegung oder Gebärde.
Atem- und Körperarbeit gehören immer eng zusammen. So können in den unterschiedlichen Körperregionen, in den Atemräumen, bspw. festgehaltene Spannungen oder auch Emotionen zuerst wahrgenommen werden, um sich dann möglicherweise nach und nach aufzulösen.
Gelenke können flexibler werden, Muskeln und Faszien elastischer und die Sauerstoffsättigung optimiert. 

Atemtherapeutische Verfahren finden Anwendung: 

  • bei Atemstörungen und Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale
  • bei funktionellen Störungen des Verdauungs‑, Herz- und Kreislaufsystems, Erschöpfungs- und Spannungszuständen, Schlafstörungen, Depressionen, Ängsten, Konzentrations- und Leistungsstörungen
  • bei chronischen Schmerzen, Verspannungen
  • bei psychosomatischen Störungen
  • als Wegbegleitung natürlicher Lebensprozesse wie Schwangerschaft, Geburt, Lebenskrisen und Sterben


Bedeutende Namen der modernen Atemtherapie sind unter anderem Ilse Middendorf (Methode des "Erfahrbaren Atems") und Herta Richter.